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PRESSEMITTEILUNG 

Die 6. Verleihung der Deutschen Regiepreise METROPOLIS 2016
Regieverband kürt die Jahrgangsbesten und Edgar Reitz für sein Lebenswerk

Am Sonntag, den 6. November 2016 wurde zum sechsten Mal der Deutsche Regiepreis METROPOLIS bei einer Galaveranstaltung im Audimax der Hochschule für Fernsehen und Film in München verliehen. Die unterhaltsame Preisverleihung war Höhe- und Schlusspunkt der TAGE DER REGIE, die dieses Jahr zum dritten Mal mit interessanten Screenings und Panels Regisseure, Branchenprofessionals und Filmstudenten zusammenbrachte.
Die Preisträger des Deutschen Regiepreises METROPOLIS 2016 wurden von den Mitgliedern Bundesverbandes Regie. (BVR) aus jeweils bis zu vier von einer Jury nominierten Vorschlägen in einer Online-Abstimmung gewählt.

Die Gewinner des Deutschen Regiepreises Metropolis 2016 sind:

Beste Regie Kinofilm Hans Steinbichler
für „Das Tagebuch der Anne Frank“
Beste Regie Kinder-/Jugendfilm Stefan Bühling
für “Die weiße Schlange“
Beste Regie Dokumentarfilm Stefan Eberlein
für “Parchim International”
Beste Regie Fernsehfilm Kilian Riedhof
für “Der Fall Barschel”
Beste Regie TV-Serie/Serienfolge Sabine Derflinger
für die „Vorstadtweiber, Staffel 2/Folge 6“
Beste Regie Nachwuchs Viviane Andereggen
für “Simon sagt auf Wiedersehen zu seiner Vorhaut”

Ehrenpreis der VG Bildkunst für das Lebenswerk Edgar Reitz
Alle Regiepreise sind dotiert. Das Preisgeld beträgt je EUR 5.000.-, der Lebenswerk-Preis ist mit EUR 20.000.- ausgestattet.

Beste schöpferische Mitwirkung: Schnitt Jens Müller
für “Das Programm“
Bester Schauspieler Friedrich Mücke
für seine Darstellung in „Unter der Haut“, „Mordkommission 1“ und „Weinberg“
Beste Schauspielerin Jördis Triebel
für ihre Darstellung in „Ein Atem“ und „Operation Zucker: Jagdgesellschaft“
Beste produzentische Leistung Gabriela Sperl
für die Produktion der „NSU-Trilogie“ für die ARD
Beste redaktionelle Leistung Sascha Schwingel
für die Redaktion von „Der Fall Barschel“ (ARD/Degeto)

 

 

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Pressemitteilung

Nominierte für den Deutschen Regiepreis METROPOLIS 2016 stehen fest

Lebenswerk-Preis geht an Edgar Reitz

Der BUNDESVERBAND REGIE e.V. (BVR) ist mit über 800 Mitgliedern eine der mitgliederstärksten Berufsvereinigungen der Film- und Fernsehbranche. Seit 1975 vertritt er die künstlerischen, rechtlichen, sozialen und wirtschaftlichen Interessen der wichtigsten Filmemacher des deutschsprachigen Raums. Um die Qualität der Werke seiner Mitglieder zu würdigen und öffentlich herauszustellen und um die Position von Regisseuren/innen durch Nominierung und Auszeichnung zu stärken, verleiht der BVR den Deutschen Regiepreis METROPOLIS. 2016 erfolgt dies bereits zum sechsten Mal.

Der Deutsche Regiepreis ist die Spitzenauszeichnung von Regisseuren für Regisseure sowie für einige der wichtigsten Mitstreiter der Regie. Er ist mit insgesamt 55.000 EUR dotiert. Aus den Einreichungen hat eine siebenköpfige Jury aus Regisseurinnen und Regisseuren folgende Filme und Fernsehwerke aus dem Jahrgang 2015/16 nominiert:

Beste Regie Kinofilm

  • „Das Tagebuch der Anne Frank“ von Hans Steinbichler
  • „Die dunkle Seite des Mondes“ von Stephan Rick
  • „Er ist wieder da“ von David Wnendt

Beste Regie Kinder-/Jugendfilm

  • „Die weiße Schlange“ von Stefan Bühling
  • „Smaragdgrün“ von Felix Fuchssteiner und Katharina Schöde

Beste Regie Dokumentarfilm

  • “Krieger Vater König” von Julian Reich
  • “Parchim International” von Stefan Eberlein
  • “Verfluchte Liebe deutscher Film” von Dominik Graf und Johannes F. Sievert

Beste Regie Fernsehfilm

  • “Das Programm” von Till Endemann
  • “Der Fall Barschel“ von Kilian Riedhof
  • “Mitten in Deutschland NSU – Vergesst mich nicht (Die Opfer)” von Züli Aladag
  • “Schweigeminute” von Thorsten M. Schmidt

Beste Regie TV-Serie/Serienfolge

  • “Der Club der roten Bänder, Folge 2“ von Richard Huber
  • “Der Club der roten Bänder, Folge 8“ von Sabine Bernardi
  • “Vorstadtweiber, Folge 6“ von Sabine Derflinger
  • „Weinberg, Trauma“ von Till Franzen

Beste Regie Nachwuchs

  • “Dolores” von Michael Rösel
  • “Highway to Hellas” von Aron Lehmann
  • “Outside the Box” von Philip Koch
  • “Simon sagt auf Wiedersehen zu seiner Vorhaut” von Viviane Andereggen

 

Die Nominierungs-Jury bildeten Frauke Thielecke (Vorsitz), Selcuk Cara, Emre Koca, Sven J. Matten, Janis Rattenni, Marcus Schwenzel und Tobias Stille. Die Preisträger des Deutschen Regiepreises METROPOLIS werden nun durch eine Online-Abstimmung unter den Mitgliedern des BUNDESVERBANDS REGIE ermittelt.

Einer der Höhepunkte der Verleihungs-Gala ist stets der mit 20.000 EUR dotierte Preis für ein Lebenswerk, der als Ehrenpreis der VG Bild-Kunst vergeben wird. Ihn erhält in diesem Jahr: EDGAR REITZ.

Edgar Reitz zählt nicht erst seit seiner großformatigen „Heimat-Trilogie“ zu den außergewöhnlichsten deutschen Filmemachern. Er erzählt in großen Bildern die kleinen Geschichten des Alltags. Ausgeklügelte Bildkompositionen erzeugen eine filmische Ästhetik des nur vermeintlich Nebensächlichen. Besonders in dem ungeheuren Erzählkorpus von insgesamt mehr als 48 Stunden der Filme „Heimat. Eine Chronik in elf Teilen“ (1981-84), „Die zweite Heimat. Chronik einer Jugend in 13 Filmen“ (1984-92), „Heimat 3. Chronik einer Zeitenwende“ in 6 Filmen (2002-04) sowie „Die andere Heimat. Chronik einer Sehnsucht“ (2010-14) entwickelt er eine Subtilität der filmischen Repräsentation des sichtbaren Menschen, die einzigartig ist, nicht nur in der deutschen Kinematografie. Fast nebenbei justiert er den „Heimat“-Begriff neu und öffnet den Blick auf die feinsten Verzweigungen menschlicher Existenz in staunenswerter Beiläufigkeit, ja Familiarität. Reitz erzählt bevorzugt über Menschen aus der Hunsrück-Region, woher er selbst stammt, ohne dass seine „Heimat“-Filme autobiografisch oder sentimentale Rückblicke sind. Seine Chroniken haben einen ganz eigenen Rhythmus, den die filmischen Charaktere, manchmal sogar Nebenfiguren diktieren, selbst wenn sie sich an einschneidenden historischen Ereignissen und Zeitenwenden abarbeiten, die mitschwingen, aber nie den Blick auf die individuellen Erlebnisse und Befindlichkeiten verstellen. Reitz ist gewissermaßen ein Existenzialist des Alltäglichen.
Dass Reitz „Die andere Heimat“ dieses Mal nicht als Fernseh-Serie, sondern als vierstündigen Kinofilm realisierte, wirkt im Zuge seiner monumental anmutenden Suche nach dem großen Serienroman aus Deutschland und seinem ausgeprägten visuellen Stilwillen nur konsequent. Er betont, schon beim ersten „Heimat“-Zyklus „mit der Leidenschaft für das Kino gearbeitet, obwohl ich mit den Möglichkeiten des Fernsehens produziert habe. Aber vom ästhetischen oder auch technischen war das immer für die Kinoleinwand gedacht“.
Dass gerade regionale Bezüge in der Narration moderner Serien wichtig sind, hat Reitz lange vor den „Sopranos“, „Borgen“ oder „Top Of The Lake“ erkannt. Hartnäckig und unter Einsatz aller seiner ästhetischen wie materiellen Ressourcen (als Produzent) hat sich Reitz die Chancen der großen epischen Erzählweise erarbeitet. Er gewann, auch mit der Unterstützung von Drehbuchautoren wie Peter Steinbach und Thomas Brussig, die Freiheit für den Autor-Regisseur zurück, die den deutschen Autorenfilm der 1970er Jahre geprägt hatte. Hierfür war Edgar Reitz einer der Wegbereiter, u.a. als Mitautor des Oberhausener Manifests (1962), der Initialzündung des Neuen Deutschen Films.
Nach einer Vielzahl avantgardistischer Kurz-, Kultur- und Industriefilme, in denen Reitz an die vergessene Tradition der 1920/30er Jahre anknüpfte, realisierte er mit „Mahlzeiten“ (1967) sein Langfilm-Debut. In Venedig gewann er damit sofort den Nachwuchspreis. Noch stark der assoziativ-disruptiven Schnitttechnik verbunden, zeigt Reitz kühl wie ein Verhaltensforscher, wie sich das Glücksversprechen eines jungen Paares in der Wirtschaftswunderzeit verliert.

In seiner E.T.A. Hoffmann-Adaption „Cardillac“ (1969) sind die die fließenden Übergänge zwischen Farb- und Schwarzweiß-Sequenzen wichtig, ein formales Mittel genuin des Films, das er in den „Heimat“-Filmen perfektionieren wird. Monochrome Bilder kombiniert er mit Farbbildern und versucht in der Geschichte eines rachsüchtigen Goldschmieds sogar Goldtöne ungesättigt entstehen zu lassen.

„Die Reise nach Wien“ (1974) hat ihren Ausgangspunkt zum ersten Mal im Hunsrück. Wiederum geht es um ein Glücksversprechen in Form einer Kiste voller Geld, mit der Hannelore Elsner und Elke Sommer aufgrund der Kriegsabwesenheit der Männer versuchen, einen Traum vom Glück zu realisieren.

„Die Stunde Null“ ist quasi die Fortsetzung und ein Vorbote der „Heimat“-Filme. 1945 ist plötzlich vieles möglich, doch es bleibt die Sehnsucht nach Zuflucht.

„Der Schneider von Ulm“ (1978) ist Reitz‘ teuerster eigenproduzierter Kinofilm. Er zeugt von seinem Faible für kauzig-visionäre Eigenbrötler, hier ein Schneidergeselle und sein Traum vom Fliegen, angesiedelt in Ulm am Ende des 18. Jahrhundert. Edgar Reitz hat mit ähnlicher Akribie und Hartnäckigkeit das episch filmische Erzählen in Deutschland voran gebracht. Der kommerzielle Misserfolg des „Schneiders von Ulm“ war die Geburtsstunde der Arbeit an der „Heimat“-Trilogie, die Reitz mit ähnlicher Akribie und Hartnäckigkeit auf den Weg brachte.

Der BUNDESVERBAND REGIE e.V. ist stolz, Edgar Reitz mit dem Lebenswerkpreis des Deutschen Regiepreises METROPOLIS 2016 als Ehrenpreis der VG Bild-Kunst, einer Retrospektive seiner Filme und einem öffentlichen Fachgespräch ehren zu können. Die feierliche Preisverleihung findet in einer abendlichen Gala im Rahmen der „Tage der Regie“ am 6. Nov. 2016 in der HFF München statt. Dabei werden auch die weiteren Jahres-Preisträger des Deutschen Regiepreises 2016 in den Kategorien Beste Regie Kino-, Fernseh-, Dokumentarfilm, Serien- und Nachwuchsregie sowie für eine schöpferische Mitwirkung überreicht.

 

 Jury 2016

Die Nominierungsjury für den Deutschen Regiepreis Metropolis 2016 hat sich gefunden. Folgende Regiekräfte werden aus den Einreichungen die nominierten Filme in den verschiedenen Kategorien bestimmen und weitere 5 Einzelpreise vergeben:

Selcuk Cara, Wangerland
Emre Koca, München
Sven Matten, München
Janis Rebecca Rattenni, Köln
Marcus Schwenzel, Berlin
Tobias Stille, Baierbrunn

Frauke Thielecke, Hamburg

Die nominierten Filme für den Metropolis 2016 werden am 19.9.16 bekannt gegeben. Die Gala findet am 6.11.16 in der HFF München statt.

 

Die Verleihung der Deutschen Regiepreise METROPOLIS 2015

Siegerfoto

Regieverband kürt die Jahrgangsbesten und Michael Haneke für sein Lebenswerk
Am Sonntag, den 8. November 2015 wurde zum fünften Mal der Deutsche Regiepreis METROPOLIS bei einer Galaveranstaltung im Audimaxx der Hochschule für Fernsehen und Film in München verliehen. Die unterhaltsame Preisverleihung war Höhe- und Schlusspunkt der TAGE DER REGIE, die dieses Jahr zum zweiten Mal mit interessanten Screenings und Panels Regisseure, Branchenprofessionals und Filmstudenten zusammenbrachte.
Die Preisträger des Deutschen Regiepreises METROPOLIS 2015 wurden von den Mitglieder Bundesverbandes Regie. (BVR) aus jeweils bis zu vier von einer Jury nominierten Vorschlägen in einer Online-Abstimmung gewählt.

Die Gewinner des Deutschen Regiepreises Metropolis 2015 sind:

Beste Regie Kinofilm: Oliver Hirschbiegel für „Elser“
Beste Regie Kinderfilm: Wolfgang Groos für “Rico, Oskar und das Herzgebreche“
Beste Regie Dokumentarfilm: Hubertus Siegert für “Beyond punishment”
Beste Regie Fernsehfilm: Florian Schwarz für “Tatort : Im Schmerz geboren”
Beste Regie TV-Serie/Serienfolge: Edward Berger für “Deutschland 83″
Beste Regie Nachwuchs: Giulio Ricciarelli für “Im Labyrinth des Schweigens”

Ehrenpreis der VG Bildkunst :
Für das Lebenswerk: Michael Haneke

Alle Regiepreise sind dotiert. Das Preisgeld beträgt je EUR 5.000.-, der Lebenswerk-Preis ist mit EUR 20.000.- ausgestattet.

Beste schöpferische Mitwirkung Kamera: Philipp Sichler
für “Tatort : Im Schmerz geboren” & „Mörderhus: Der Usedom-Krimi“

Bester Schauspieler: Christian Friedel für seine Darstellung in „Elser“

Beste Schauspielerin: Martina Gedeck für ihre Darstellung in „Das Ende der Geduld“
Lobende Erwähnung: Emma Bading
Bester produzentische Leistung: Til Schweiger
für die Produktion des Kinofilms „Honig im Kopf“

Beste redaktionelle Leistung: Ulrike Leibfried für die Redaktion von „Deutschland ´83“

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Pressemitteilung

Michael Haneke – ein Moralist des wahrhaftigen Bildes erhält den Deutschen Regiepreis METROPOLIS 2015 für sein Lebenswerk.

Der BUNDESVERBAND REGIE e.V. vergibt im November zum 5. Mal den Deutschen Regiepreis METROPOLIS in insgesamt acht Kategorien.Die mit 20.000 EUR dotierte Auszeichnung für das Lebenswerk als Ehrenpreis der VG Bild-Kunst erhält in diesem Jahr Michael Haneke.

Ohne Zweifel gehört er international zu den renommiertesten deutschsprachigen Regisseuren der Gegenwart. Haneke sucht im Kino Wahrhaftigkeit, gerade auch in der gesellschaftlichen Analyse und Kommunikation. Wie kaum ein anderer Regisseur bindet er den Zuschauer ein. Im puristisch, fast spröde gegebenen Bild zwingt er ihn, sich ohne vermittelnde Illusionsbrücken mit oft monströsen Vorfällen auseinander zu setzen.

Haneke hinterfragt die Filmästhetik und ihre wesentliche Zeige- und Bedeutungsfunktionen. Seine Form ist die des realistischen Bildes, das er radikal entschlackt und genaustens quadriert. Bei den Figuren vermeidet er individualpsychologische Erklärungsmuster. Und das trotz extremster Vorfälle, insbesondere in der Erkundung und Bewältigung von Gewalt, die plötzlich aus dem Alltag heraus bricht.

Eine Deutung der visuell selten direkt, meist nur vermittelt und äußerst unspektakulär gezeigten Gewalt will er dem Zuschauer entlocken – ihn rückt er quasi als Mittäter oder Mitleidenden in die Geschichte mit ein. Er soll die sehr bewusst leer gelassenen Bildstellen des oft beiläufig gezeigten ausfüllen. Selten hat ein Filmregisseur sein Publikum so ernst genommen wie Michael Haneke es regelmäßig tut.

Geboren 1942 in München und aufgewachsen in Wien beginnt er 1967 als Redakteur beim Südwestfunk, wendet sich aber bald der Theater- und 1976 der Fernsehfilm-Regie zu. Bereits seine frühen, heute leider kaum bekannten oder zugänglichen Fernsehspiele, wie etwa „Lemminge“ (1979) zeichnet ein strenger Formwille und antiillusionistische Inszenierung aus. Es dauert noch einmal zehn Jahre bis Haneke mit „Der siebte Kontinent“ (1989) seinen ersten Kinofilm heraus bringt.Der völlig unprätentiös umkreiste kollektive Selbstmord einer ganzen Familie ist Ausgangspunkt für eine Trilogie über die „Vergletscherung der Gefühle“ in der bürgerlichen Gesellschaft. „Bennys Video“ (1992) und „71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls“ (1994) gehören dazu und arbeiten sich an extremen Ausbrüchen ab: dem wiederum völlig unspektakulär und nur medial vermittelt gezeigten Mord bzw. Amoklauf.

„Die Klavierspielerin“ (2000) schreibt diese Analyse privater wie gesellschaftlicher Vereisung in die intimsten Beziehungen fort. In Cannes erhielt der Regisseur dafür den Großen Preis der Jury. Fortan wird er verstärkt in Frankreich bzw. in entsprechenden Co-Produktionen arbeiten. Auch in „Code inconnu“ (2000) oder der apokalyptischen Endzeitvision „Wolfszeit“ (2003) arbeitet er weiter an der Verunsicherung vor allem des bürgerlichen Subjekts und der Subversion von Zuschauererwartungen, die aus dem Mainstreamkino erwachsen. Für „Caché“ (2005) erhielt er den Regiepreis in Cannes und den Europäischen Filmpreis. Für „Das weiße Band“ (2009), einer vielschichtigen, aber nur andeutend hingetupften Geschichte um mysteriöse Unfälle und Todesfälle in einem norddeutschen Dorf am Vorabend des 1. Weltkriegs, deutet er auf die grundlegenden Mentalitäten, die diesen kollektiven Gewaltausbruch ermöglichen. Die Goldene Palme in Cannes und viele weitere Auszeichnungen würdigten diesen auch bild- stilistisch außergewöhnlichen Film. „Liebe“ (2012) gewann nicht nur die Goldene Palme, sondern auch den Oscar.Das Kammerspiel um ein altes, in starker Zuneigung gebundenes Professorenpaar konzentriert den ultimativen Liebesbeweis in höchstmöglicher Radikalität: dem Wunsch nach dem Tod als letzten Akt der Selbstbestimmung und eben der Liebe.

Michael Haneke Filme sind Versuchsanordnungen über die Pathologien der bürgerlichen Gesellschaft. Er fordert dem Zuschauer einiges ab und versucht stets, ihn für die Mechanismen filmischer Manipulation und Illusionsbildung zu sensibilisieren. Er dekonstruiert damit auch den Film selbst, den er gleichzeitig als Medium von Erkenntnis nutzt.Haneke ist ein unpathetischer Aufklärer, der das Kino noch immer als moralische Anstalt versteht.

Der BUNDESVERBAND REGIE e.V. der Berufsverband von mehr als 700 Film- und Fernsehregisseuren/innen ist stolz, Michael Haneke mit dem Deutschen Regiepreis METROPOLIS 2015, einer kleinen Retrospektive seiner Filme und einem öffentlichen Fachgespräch in der HFF München ehren zu können.Die feierliche Preisverleihung findet in einer abendlichen Gala im Rahmen der „Tage der Regie“ am 8. Nov. 2015 statt. Dabei werden auch die weiteren Jahres-Preisträger des Deutschen Regiepreises 2015 in den Kategorien Beste Regie Kino-, Fernseh-, Dokumentarfilm, Serien- und Nachwuchsregie sowie für eine schöpferische Mitwirkung überreicht.

 

 

Die nominierten Filme für den Deutschen Regiepreis METROPOLIS 2015 stehen fest:

 
Beste Regie Kinofilm
• „Die Kleinen und die Bösen“ von Markus Sehr
• „Elser“ von Oliver Hirschbiegel
• „Frau Müller muss weg“ von Sönke Wortmann
• „Who am I“ von Baran bo Odar

Beste Regie Kinder-/Jugendfilm
• “Rico, Oskar und das Herzgebreche“ von Wolfgang Groos
• „Ostwind 2“ von Katja von Garnier
• „Die Vampirschwestern 2“ von Wolfgang Groos
• „Die Krone von Arkus“ von Franziska Pohlmann

Beste Regie Dokumentarfilm
• “Beyond Punishment” von Hubertus Siegert
• “Für immer Liebe? Leben zu dritt” von Sabine Barth
• “Nowitzki – der perfekte Wurf” von Sebastian Dehnhardt

Beste Regie Fernsehfilm
• “Das Ende der Geduld“ von Christian Wagner
• “Tatort: Das Muli” von Stephan Wagner
• “Tatort: Im Schmerz geboren” von Florian Schwarz
• “Vorsicht vor Leuten” von Arne Feldhusen

Beste Regie TV-Serie/Serienfolge
• “Deutschland 83, Folge 1“ von Edward Berger
• “Schuld: Schnee“ von Maris Pfeiffer

Beste Regie Nachwuchs
• “Der Kuckuck und der Esel” von Andreas Arnstedt
• “Im Sommer wohnt er unten” von Tom Sommerlatte
• “Im Labyrinth des Schweigens” von Giulio Ricciarelli
• “Verfehlung” von Gerd Schneider